Pokalaus nach Elfmeterschießen in Euskirchen

Den Führungstreffer durch Daniel Somuah aus der ersten Halbzeit (44.) glichen die Hausherren in der Nachspielzeit mit ihrem letzten Angriff durch Jan Euenheim (90. + 3.) aus und bescherten dem BSC damit eine halbstündige Verlängerung. Trotz Chancen auf beiden Seiten endete diese torlos. Im Elfmeterschießen zeigten beide Teams Nerven. Am Ende siegte der Mittelrheinligist knapp mit 5:4 und zog damit ins Viertelfinale des FVM-Pokals ein. Unser BSC ist als Titelverteidiger seit gestern Abend bereits ausgeschieden und der große Traum der Fans von „Hannover 2.0“ ist somit ausgeträumt. Trainer Daniel Zillken war auch am Morgen nach der Niederlage noch tief enttäuscht, blickt aber bereits entschlossen in Richtung Jahresende.

TSC Euskirchen - Bonner SC 01/04 e.V. 5:4 n.E. (1:1 n.V.)

Ereignislose erste Halbzeit

In der Anfangsphase der Partie passierte wenig. Beide Teams waren darum bemüht, dem Gegner das eigene Spiel aufzudrängen. Die erste Chance hatte der ETSC. Als in der 14. Minute ein Kopfball auf das BSC-Gehäuse flog, waren es Alexander Monath und der Pfosten, die unsere Mannschaft vor dem Rückstand bewahrten. Daniel Zillken musste verletzungsbedingt früh wechseln und brachte Lars Lokotsch für David Bors, der einen Schlag oberhalb der Hüfte abbekommen hatte. Neben einem Außennetztreffer von Stefan Fiegen (37.) sowie Schüssen aus der zweiten Reihe gab es keine zwingenden Torchancen. Genau solch ein Distanzschuss sorgte kurz vor dem Pausenpfiff dann für den Führungstreffer unserer Rheinlöwen. Der mit seinen 1,95 Metern Körpergröße nicht gerade klein geratene Euskirchener Torwart Marco Hoeschel reckte und streckte sich noch, doch der von Daniel Somuah abgegebene Schuss senkte sich ins lange Eck zur Bonner Pausenführung. In der Kabine wurde es dann trotzdem lauter als sonst, denn Zillken war mit dem Auftritt seiner Spieler alles andere als zufireden. „Wir hatten weder Tempo noch Zug zum Tor im eigenen Spiel. Das war deutlich zu wenig und das habe ich meinen Jungs auch unmissverständlich mitgeteilt“ so Zillken im Telefonat am Morgen nach dem bitteren Pokalaus.

Ausgleich Sekunden vor dem Abpfiff

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel intensiver und beide Mannschaften hinderten den Gegner auch gerne mal über die Grenzen des Erlaubten hinaus am Spielaufbau. Nach einigen gelben Karten war es erneut der Mittelrheinligist, der die erste Tormöglichkeit zu verzeichnen hatte. Ein Schuss von Burim Mehmeti klärte Monath mit einer starken Parade im letzten Moment zur Ecke. Bei frostigen Temperaturen im Erftstadion erwischte es unseren BSC in der Nachspielzeit dann nochmals besonders kalt. Mit dem letzten Angriff der Begegnung erzwangen die Hausherren dank eines Volleyschuss von Jan Euenheim (90. + 3.) die Verlängerung. „Wir haben auch nach dem Wechsel insgesamt zu wenig geleistet. Beinahe hätte das ja sogar noch gereicht“, blickt Zillken auf das fast schon gewonnene Spiel zurück. In der Nachspielzeit hätten beide Mannschaften dem Elfmeterschießen aus dem Weg gehen können. Nach einem fatalen Ballverlust in der eigenen Hälfte von Nico Perrey versäumten es die Gastgeber in Führung zu gehen. Sie scheiterten erneut an Alexander Monath und Perrey, der seinen Fehler wieder gut machte und den Ball in höchster Not von der Torlinie köpfte (111.) Im Gegenzug hätte Daniel Somuah beinahe noch seinen zweiten Treffer erzielt, doch der Innenpfosten rettete für den ETSC (113.) Es folgte ein dramatisches Elfmeterschießen, in dem der BSC sich schließlich geschlagen geben musste. Lars Lokotsch, Sebastian Spinrath und Ugur Dündar verwandelten ihre Elfmeter sicher. Jannik Stoffels Schuss konnte Hoeschel über das Tor lenken und Nico Perreys Schuss klatschte vom Innenpfosten auf das Spielfeld zurück. Bei den Gastgebern landeten mit Ausnahme des Lattenschusses von Mannschaftskapitän Leßenich alle Bälle im Tor unserer Blau-Roten.

Zillken ist tief enttäuscht

“Im Hinblick auf gestern Abend möchte ich zwei Feldspieler bewusst ausklammern - Mario Weber und Daniel Somuah. Alle anderen müssen sich deutlich hinterfragen”, so Zillken, der im Hinblick auf das Spiel gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln sowie unter Berücksichtigung des körperlichen Zustandes seiner Mannschaft gleich auf mehreren Position rotiert hatte. Als Träumer ist Zillken sowieso nicht bekannt, dennoch ärgert ihn das Pokalaus mit Sicherheit genau so sehr wie seine Mannschaft selbst, die im Pokalwettbewerb in der jüngeren Vergangenheit stets für positive Schlagzeilen gesorgt hatte. “Ich kenne meine Spieler und die Mentalität meiner Jungs. Sie müssen jetzt in den letzten beiden Spielen des Jahres erneut unter Beweis stellen, dass sie auch anders auftreten können”. Am kommenden Sonntag gastiert die Zweitvertretung des 1. FC Köln im Sportpark Nord. Den Gegner schätzt Zillken stärker ein, als es die aktuelle Tabellensituation aussagt. “Die Unruhe im gesamten Verein scheint sich auch auf die zweite Mannschaft auszuwirken. Die Tagesform wird am Ende entscheiden, wer als Sieger vom Platz geht”, so der BSC-Cheftrainer, der seine Mannschaft schon heute Abend wieder zum Training bittet.