Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin! (28.05.2017 14:12)

Bonn. 26 Grad bei blauem Himmel und purem Sonnenschein. Und dazu noch am Vatertag das Pokalfinale „zo Huss“ zum Abschluss der Saison.

Am Vormittag schon mit den Freunden zur Einstimmung auf das bevorstehende Spiel treffen. Zunächst sind noch alle etwas verhalten in ihrer Fußball-Stimmung. Doch das soll nicht lange so bleiben. Überall sieht man Blau-Rot, die Fans des BSC sind im Stadtbild nicht zu übersehen und die Laune ist, wie zu erwarten, richtig gut. Man freut sich auf die 90 Minuten im Stadion und hofft, abends in der Altstadt noch auf den Pokalsieg anstoßen zu können. Doch das bleibt zunächst noch abzuwarten.

Der Fanmarsch setzt sich langsam in Bewegung und macht sich auf in Richtung Sportpark Nord. Alle verhalten sich friedlich, Banner und Fahnen sind zu sehen und nicht wenige haben sich das Trikot des Vereins übergeworfen oder schmücken sich, den Temperaturen trotzend, mit einem Schal in den Vereinsfarben.

Die Atmosphäre wird allgemein lockerer, auch meine kleine Gruppe taut langsam auf. Am Stadion angekommen lassen wir uns nochmal zur Erfrischung nieder und malen uns die Chancen auf den Sieg aus. Hoffnung ist auf jeden Fall berechtigt - der BSC konnte in der gesamten Saison (und erst Recht in den letzten Spielen) überzeugen und hat ansehnlichen Fußball auf den Platz gezaubert. Außerdem steckt der Kölner Fortuna eine durchwachsene Spielzeit in den Knochen – zusammengenommen also nicht gerade die schlechteste Ausgangslage für ein Pokalfinale vor heimischer Kulisse mit einem Happy End für den BSC.

Unser Platz an diesem sonnigen Vatertags-Nachmittag: Block C.
Nachdem Bier- und Würstchen-Stand aufgesucht wurden, um sich für die bevorstehenden eineinhalb Stunden zu wappnen, finden wir uns am Eingang des Blocks zusammen – und sind baff, wie voll es tatsächlich ist. Die Ordner haben ihre liebe Mühe, den Treppenaufgang freizuhalten und die Zuschauer stehen dementsprechend dicht gedrängt auf den Rängen. Auch die Atmosphäre ist schon vor Anpfiff des rheinischen Krachers spannungsgeladen und optimistisch.

Das Stadion wird voller und voller, die ersten Fangesänge ertönen und ein angenehmes Kribbeln stellt sich im Sportpark ein – der Anpfiff wird mit jeder Minute stärker herbeigesehnt.

Ich nutze die letzten Momente vor Beginn der Partie noch, um vor meinen Jungs mit den (DFB-) Pokaldaten des BSC Eindruck zu schinden (hierfür vielen Dank an unseren ehrenamtlichen BSC-Archivar Jochen Finger, der mir mühsam zusammengestellte Daten über Daten hat zukommen lassen! Mega!):

So konnte der BSC in seiner Vereinsgeschichte bislang 6 Partien im DFB-Pokal verbuchen, zum ersten Mal in der Saison 1977/78 bis hin zur letzten Teilnahme 1979/80. In beiden Turnierverläufen sind die Rheinlöwen erst in der 3. Runde ausgeschieden, beide Male gegen Schwergewichte aus der 1. Bundesliga (Borussia Mönchengladbach und FC Schalke 04).

Da wird deutlich, wie wichtig ein Sieg im FVM-Finale wäre, um endlich wieder die einzigartige DFB-Pokalluft schnuppern zu können, nach nun beinahe 40 langen Jahren.
Die Zahl 3 schlägt sich auch im FVM-Pokal nieder: die Partie gegen die Fortuna Köln war die insgesamt dritte Finalteilnahme am Pokal der Mittelrheinliga. Zuvor hatte der BSC gegen die Germania Dattenfeld im Elfmeterschießen 2009 und gegen Viktoria Köln im Jahr 2015 das Nachsehen. Das sollte sich heute ändern!

Aber genug in der Vergangenheit gekramt: Das Spiel am Donnerstag war eine Genussprobe ehrlichen und spannenden Fußballs, der eben auch in den niedrigeren Klassen zu bestaunen ist. Die Rheinlöwen haben alles gegeben und sich auch vom Abseitstor der Fortuna Köln nicht verunsichern lassen. Der Kampfeswille war die ganze Partie über deutlich zu erkennen, das Spiel war ein packendes Hin und Her. Die Krönung durch Dario Schumachers Traumtor in der 56. Minute ließ dann auch auf den Rängen ungebremstem Jubel freien Lauf. Einer kollektiven Bierdusche im Fanblock konnte keiner entkommen und die Spannung der Partie entlud sich mit einem richtigen Knall aus Gesängen, Umarmungen und einer Tribüne, die komplett außer sich vor Freude war. Gut, dass die Statiker im Bonner Sportpark gute Arbeit geleistet haben. Unsere Haupttribüne wurde unter dem gemeinsamen Taumel unter absoluten Extrembelastungen getestet - und hielt stand. Ein wahnsinnig intensiver Moment im Sportpark Nord! Das kann durchaus mit der Stimmung in der Bundesliga mithalten.

Und auf dem Rasen haben unsere Jungs trotz der immer weiter steigenden Spannungskurve die Ruhe bewahrt und das Ding nicht mehr aus den Händen gegeben. Bis zum Ende blieb das Spiel auf hohem Niveau. Beide Mannschaften spielten noch weitere starke Chancen heraus. Der Puls des Publikums konnte sich erst nach dem Abpfiff und der Siegerehrung wieder normalisieren. Doch bis dahin herrschte bei allen angeregtes Kammerflimmern. 

Die pure, ungezügelte Freude der Mannschaft, des Trainerstabs und der gesamten Bonner Fans nach dem Ende der Partie war dann einfach nur atemberaubend.

Schlussstand: 0:1 für den Bonner SC. Da gab es wirklich kein Halten mehr. Sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen brachen die Emotionen frei heraus und die Erleichterung und Freude über den Pokalsieg war überall förmlich greifbar. Frenetische Fangesänge und ein gemeinsames Auf und Ab ließen das Stadion beben und machten den Sportpark zur Partymeile. Und mit dem Sieg des FVM-Pokals wird es wieder Zeit für echtes DFB-Pokal-Feeling bei unserem Sportclub! Nach einer bärenstarken Saison konnten die Jungs wohl sich, dem Trainerteam und auch uns Fans kaum einen besseren Abschluss und ein schöneres Geschenk für die Sommerpause bereiten.

Und da ich hier ja bereits über die Vergangenheit und die Gegenwart des BSC geschrieben habe, nun noch ein kurzer Ausblick auf die Zukunft:
Ich bin mir sicher, dass es gelingen wird, mit der guten und leidenschaftlichen Arbeit, die alle Beteiligten hier abliefern, auch in Zukunft Erfolge zu feiern und in Bonn guten und ehrlichen Fußball zu etablieren. Und die Stimmung, die die Fans bei diesem Pokalfinale geschaffen haben, würde ich mir auch in der kommenden Saison wünschen. Das war einfach nur der totale Wahnsinn!

Danke an die Mannschaft und unsere Trainercrew um Daniel Zillken für diesen geilen Tag!
Und bald heißt es nach einer kurzen Verschnaufpause bei der Auslosung am 11. Juni die Daumen drücken, damit wir in unserem Stadion in der 1. Runde einen richtigen Kracher feiern können. Der FC Bayern oder der gestrige Pokalsieger aus Dortmund sollen nur kommen: Unser Team ist bereit! ;-)

Und in der 1. Runde des 75. DFB-Pokals zwischen dem 11. und dem 14. August heißt es dann in unserem Sportpark Nord:

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!

Mit Blau-Roten Grüßen
Joachim Neubauer


Die Spannung steigt: Der Bonner SC zo Huss gegen die Fortuna aus Köln (24.05.2017 8:28)

Egal in welcher Liga, egal um welchen (Henkel-)Pott es sich dreht: Pokalspiele und vor allem die Endrunden sind irgendwie doch ganz losgelöst von den Geschehnissen des „normalen“ Saisonbetriebs. Etwas ganz eigenes, eine völlig andere Welt, die das Besondere des Fußballs hervorhebt: das Momentum und die Stunde der kleineren Teams.

Im Pokal kann alles passieren, man kennt das von den Runden des DFB-Pokals. Plötzlich haut der Drittligist SF Lotte den soliden Bundesligisten Bayer Leverkusen in der zweiten Runde raus und scheitert erst im Viertelfinale gegen den Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund. Oder der FC Astoria Walldorf, auf der Fußball-Landkarte ein weißer Fleck, der den Erstligisten SV Darmstadt 98 mit 1:0 in der 2. Runde aus dem Turnier wirft.

Pokal eben!

Hier können sich auch die kleinen Vereine im Rampenlicht zeigen und präsentieren, was der sonst so medial unterrepräsentierte Fußball in der 3. oder auch 4. Liga (oder gar in noch niedrigeren Spielklassen) überhaupt bedeutet – und dass der sich durchaus sehen lassen kann! Hier zählen nicht nur das technische Können, sondern auch der Kampfgeist und der Willen, sich durchzusetzen. Und eben das Momentum, die Unterstützung der heimischen Kulisse, das Unkonventionelle. Das ist schon so manchem großen Verein zum Verhängnis geworden. Dafür sind Pokalrunden (und speziell der DFB-Pokal) berühmt.

Man braucht dort eben nicht notwendig einen Gesamtmarktwert von knapp 274 Millionen Euro für eine funktionierende Truppe, wie bei der Werkself aus Leverkusen – da setzen sich auch ab und an kleinere Vereine durch, wie die 4,5 Millionen Euro „schweren“ Sportfreunde aus Lotte – oder das fußballerisch unbeschriebene Blatt aus Walldorf.

Was ohne Frage hilft: das heimische Publikum, das Spiel „zo Huss“.

Wo wir den Bogen zum Bonner SC schlagen können. Sicherlich wird das Endspiel am Donnerstag kein Zuckerschlecken. Auch wenn die Fortuna aus Köln die Saison der 3. Liga auf Platz 16 beendet hat, sollte man sie nicht unterschätzen. Der BSC hat hingegen eine spitzen Saison in der Regionalliga West gespielt, abgerundet durch einen Heimsieg gegen den Meister dieser Spielzeit, die Viktoria Köln, die in kurzem Abstand gleich zweimal im Sportpark Nord als Verlierer vom Rasen schlurfen musste. Und außerdem spielen wir vor unserer heimischen Kulisse – ein kleiner Vorteil zum DFB-Pokal mit seinem Austragungsort Berlin im Finale.

Apropos DFB-Pokal: der FVM-Pokal soll ja eigentlich eh nur der erste Schritt für unsere Rheinlöwen in Richtung der Bundeshauptstadt sein. Erst der Bitburger-Pokal in Bonn und fünf Spiele später wird dann der große Bruder, der DFB-Pokal von den Rheinlöwen aus der Bundesstadt im Berliner Olympia-Stadion in die Luft gereckt. Wer weiß, wer weiß… mit Überraschungen geizt der liebe Fußballgott ja bekanntlich nicht gerade. ;-)

In diesem Sinne, seid am Donnerstag ab 17 Uhr im Stadion und unterstützt unsere Jungs lautstark im Sportpark Nord.

Unser Trainer Daniel Zillken bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen eure Unterstützung, wir brauchen einen Hexenkessel, um diesen Traum, den Bonn schon seit Jahren lebt, feiern zu können.“ 

Ich denke, den Wunsch wollen wir der Mannschaft und dem Trainerteam gerne erfüllen!

Die Vorfreude ist schon überall in der Stadt zu spüren. Das wird für alle Fans und Akteure des BSC, auch unabhängig vom Ergebnis, ein großartiges Erlebnis.

Wir sehen uns, spätestens im Stadion oder vorher schon beim Fanmarsch zum Stadion, ausgehend vom „Düvje“ in der Brüdergasse (ab 15 Uhr)!

Mit Blau-Roten Grüßen und voller Vorfreude
Joachim Neubauer


Von Hauptstadt zu Hauptstadt

Und mit der Karte...
... ab ins Stadion

Trotz aller Verbundenheit zum Rheinland macht mir ein Besuch in Berlin doch immer mal wieder Freude. Nach etlichen Besuchen in der Hauptstadt der Republik sind allerdings allmählich alle Touristen-Hot-Spots abgegrast, eine grundlegende Vertrautheit mit der Stadt ist hergestellt.

Das schafft Raum für Neues – vor allem bei traumhaftem Wetter mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad.
Was liegt da Nahe? Gerade wenn in Berlin der BIG 25, Europas größtes 25-KM-Rennen stattfindet: ein sportlicher Sonntag!

Daher morgens ins Lauf-Outfit geschmissen und parallel zu den Teilnehmern durch den Tiergarten geflitzt. Am Mitlaufen haben mich nur die Anmeldefrist – und die Ordner am Streckenrand - gehindert. Aber immerhin konnte man einen Teil der Strecke, wenn auch versetzt, begleiten und etwas von der großartigen Stimmung mit aufnehmen.

Zurück beim Kumpel dann die Frage: Was mit dem begonnenen Tag noch anfangen?
Und nach kurzem Grübeln kam die Idee: einfach dem Heimspiel des in der Nachbarschaft angesiedelten 4.-Ligisten BAK 07 beiwohnen. Und so gab es für mich einen Abstecher in die verkehrte Fußball-Welt – aus der Regionalliga West in die Regionalliga Nordost - in der der Berliner Athletik Klub, bei dem ich zu Gast sein konnte, aktuell den dritten Tabellenplatz behauptet. Dort musste ich mich dann für 90 Minuten farblich umgewöhnen. Vom geschätzten Blau-Rot unseres Clubs an das Weiß-Rot der Berliner.

Wie sich herausstellt eine spannende Erfahrung. Zwar türmten sich schon zum Anpfiff um 13:30 Uhr gegen den Leipziger Konkurrenten (nein, nicht RB, sondern Lokomotive Leipzig!) die Wolken am Horizont hoch auf, doch die angenehmen Temperaturen und der Sonnenschein blieben uns das Spiel über treu – und die Partie konnte tatsächlich mit Qualität überzeugen. Zug um Zug rannten die Berliner vor 360 Zuschauern gegen die Leipziger Verteidigung an, scheiterten aber leider immer im Abschluss. Die Sachsen hingegen verwandelten abgebrüht eine ihrer ganz wenigen Chancen, die sie gegen den Athletik Klub aus der Hauptstadt herausspielen konnten. Und so kam es nach einem wirklich unterhaltsamen und ansehnlichen Spiel im Berliner Poststadion zum – ehrlich gestanden – etwas unglücklichen Endstand von 0:1 aus Berliner Sicht.
So konnte ich die Entzugserscheinungen, verursacht durch meine Abwesenheit beim Spiel des BSC in Wuppertal, mit dem Berliner Ersatz etwas abschwächen. ;)

Und was abseits vom Platz stattfand war nicht weniger interessant als das Spiel selbst. Denn beim BAK 07 ist die vom Verein gelobte Vielfalt keine bloße Floskel. Zuschauer und Spieler aus aller Herren Länder machen hier vor allem eins – sie kommen im Stadion zusammen und genießen die Atmosphäre – essen, trinken, tratschen zusammen und kommentieren lautstark das Spiel – weswegen ich mir mehr als nur einmal ein Lachen nicht verkneifen konnte. Der Enthusiasmus der beiden Hauptstädte ist da durchaus vergleichbar – sowohl bei gelungenen als auch bei verpatzten Spielzügen. Fan bleibt da eben Fan, und Emotion eben Emotion.

Die Stimmung war jedenfalls ausgelassen (auch wenn man vor den LOK-Leipzig-Anhängern ehrlich den Hut für eine Fankulisse auf der Gegengerade ziehen muss, die es, über die gesamten 90 Minuten – in sich hat) und auch als Tourist aus unserer Bundesstadt Bonn wird man sofort in Gespräche verwickelt. Die Neugierde ist groß: Woher man denn komme (der Berliner Einschlag fehlt ja in der Sprache, das lässt sich nicht lange verbergen), welchem Verein man selbst anhängt, was einen zum BAK verschlägt.
Und daran anschließend Fragen zur ehemaligen Hauptstadt Bonn und zum Bonner SC. Gar nicht so einfach, den Wissensdurst der Berliner zu stillen und einen Einblick in unseren Verein zu vermitteln.

Auch im kurzen Pausengespräch mit dem scheidenden Stadionsprecher Yalcin „Yalle“ Karaoglan höre ich nur freundliche Worte und Interesse für unseren Bonner SC, bevor er sich wieder an die Pausenunterhaltung und die Kommentierung des Spiels machen muss.

Mein Fazit:
Es war spannend, Einblicke in eine andere Regionalliga zu bekommen. Zu sehen, wie sich ein bunter Regionalligist aus der Bundeshauptstadt Berlin aufstellt und zu erfahren welche Atmosphäre dort vorherrscht – wie bei uns, ein Mitfiebern mit den Jungs auf dem Rasen. Dabei ist die Freundlichkeit und Offenheit für Besucher absolut überzeugend. Man fühlt sich nicht lange fremd.
Nicht nur bei uns Rheinländern und beim Bonner Sport-Club ist diese Zugänglichkeit wohl normale und gelebte Praxis– auch in der neuen alten Hauptstadt Berlin. Was man außerdem offenbart bekommt ist die einheitsstiftende Funktion des Fußballs und seine Möglichkeiten zur Integration und Vermittlung von verschiedenen Kulturen. Auch das haben der Berliner AK 07 und unsere Bonner Rheinlöwen gemeinsam. In Projekten wie unserer Initiative „Löwenherz“ setzen wir uns ebenfalls für dieses Miteinander – erfolgreich – ein. Fußball macht eben nicht nur Spaß, sondern ist auch in der Lage, Brücken zu bauen.

Aber so spannend der Ausflug in die Regionalliga Nordost auch gewesen ist: ich freue ich mich, am kommenden Samstag um 14 Uhr wieder im heimischen Sportpark Nord zu sein, wenn es gegen die Viktoria aus Köln geht. Zo huss ist eben zo huss!

Mit Blau-Roten Grüßen aus Berlin
Joachim Neubauer 


Ein (zu) spätes Unentschieden (06.05.2017 17:30)


Beste Laune auf der Haupttribüne nach dem 3:2 in der 51. Minute durch Lucas Musculus.

Bei wunderbarem Wetter wurde den 450 Zuschauern heute während der Partie zwischen unserem Bonner SC und der zweiten Mannschaft der Borussia Mönchengladbach ein wahres Schützenfest geboten. Auch nach dem sensationellen 2:0-Sieg unserer Löwen über die Viktoria aus Köln gelingt es den Blau-Roten den gegnerischen Kasten erfolgreich ins Visier zu nehmen.

In den ersten 5 Minuten gelangen dem Sport-Club bereits zwei starke Treffer, die das Publikum aufjubeln und auf eine torreiche Partie hoffen ließen. 
Jedoch beruhigte sich das Spielgeschehen zunächst etwas, bis die Gäste in Grün in der ersten Halbzeit noch den Anschlusstreffer erzielen konnten. Auch nach dem Ausgleichstreffer der Gladbacher direkt nach Beginn der 2. Halbzeit blieben die Bonner Fans besonnen und feuerten unsere Jungs immer und immer wieder lautstark mit „BSC-„ und „Sport-Club“-Rufen an. 
Das Spiel blieb umkämpft und auf hohem Niveau. Und passend zum Sonnenschein zauberte die Mannschaft im Verlauf der zweiten Hälfte noch mit zwei weiteren Treffern ein Strahlen auf die Gesichter der Zuschauer. Die Stimmung im Stadion war dementsprechend ausgelassen und sorgte zunächst für einen super Fußball-Nachmittag mit einer unterhaltsamen und packenden Schlussphase.

Leider währte die Freude nicht bis zum Ende der Partie: Nachdem die Gladbacher auf 4:3 aufschließen konnten, kam es zu einem unschönen Ende für die Gastgeber. 
In der unverständlich langen Nachspielzeit, die sowohl auf dem Rasen von unserem Trainerteam als auch von den Bonner Fans auf der Tribüne lautstark moniert wurde, gelang den Gästen mit dem letzten Spielzug der Ausgleich zum Schlussstand von 4:4. Die Enttäuschung über die Länge der vom Schiedsrichter gegebenen Nachspielzeit und das daraus resultierende Unentschieden nicht zu überhören.
Ärgerlich und unnötig, da während des Spiels keine größeren Spielunterbrechungen stattfanden.

Dennoch war es ein starker Auftritt von unserem Sport-Club, der nach dem Einzug ins Finale des Bitburger-Pokals im Heimspiel gegen Viktoria Köln erneut Motivation und Kampfeswillen gezeigt und den Fans ein ansehnliches Spiel geboten hat.

Interessant waren darüber hinaus die Gesprächsfetzen, die ich während des Spiels im Publikum mitbekam. Denn der Einzug ins Finale des Pokals und die damit verbundenen Hoffnungen scheinen unser Publikum immer noch in Bann zu halten.

Sinngemäß waren da Sätze wie "Starker Auftritt gegen die Viktoria!", oder auch Aussichten auf das Finale wie "Gehst du zum Spiel am 25.?" und "Ich hab schon richtig Bock auf das Finale!" wieder und wieder zu hören. 

Die Fans fiebern offenbar schon knapp 3 Wochen vor dem Saisonabschluss dem Finale zu Huss voller Vorfreude entgegen – eine tolle Sache. Top Stimmung und die volle Unterstützung der BSCler scheinen Trainer Daniel Zillken und seiner blau-roten Truppe also gewiss zu sein.

Dass wir in den letzten beiden Spielen im Sportpark Nord für diese Saison noch eine Menge Spannung und viel Spaß haben werden, davon konnten mich heute jedenfalls sowohl Mannschaft als auch das Publikum voll überzeugen. 
Und die Krönung wäre wohl ohne Frage der Mittelrhein-Pokal am 25.05. in den Händen unserer Mannschaft. Doch mehr zu diesem Thema ein andermal… ;)

Abseits vom Fußball wünsche ich allen, die heute Abend das Bonner „Rhein in Flammen“-Spektakel genießen, einen schönen Abend und viel Spaß. Passt auf euch auf!

Mit Blau-Roten Grüßen
Joachim Neubauer


Geschichte des Bonner SC

Die Geschichte des Bonner SC ist von der ersten Stunde an ein Auf und Ab. 
Gegründet werden sollte der  „Bonner Sportclub 01/04“ nämlich eigentlich am 21. Mai 1965 – woraus leider nichts wird. Wegen der Abwesenheit zu vieler Vorstandsmitglieder kann der Club erst einen knappen Monat später in den Vereinsfarben Blau-Rot das Licht der Welt erblicken. Die bewegte Vereinsgeschichte nimmt ihren Anfang.

 

Die Hoffnungen in der Stadt sind groß: Endlich Spitzensport in der Bundeshauptstadt Bonn. Das Debüt in der damaligen 3. Liga, der Verbandsliga Mittelrhein, glückt auch prompt mit einem Sieg gegen die Amateure von Bayer Leverkusen. Und auch die Endplatzierung dieser ersten Vereins-Saison überzeugt: die Löwen küren sich zum Vizemeister.

Nachdem der BSC zwar in der Ausscheidungspartie gegen Regionalliga-West Absteiger VfB Bottrop mit einer 5:0-Klatsche abgefertigt wird, können die Bonner ihr Glück kaum fassen. Die Bottroper dürfen trotz des Sieges als Absteiger nicht in der Spielklasse verbleiben – so feiert die Mannschaft in ihrer ersten Spielzeit direkt den Aufstieg in die Regionalliga-West – ein gelungener, wenn auch etwas rumpliger Start.

 

In den nächsten Jahren folgen im ehemaligen Gronaustadion durchwachsene Zeiten in der Mittelrhein- und der Regionalliga. 
Dort spielt die Bonner Truppe 1969/70 ihre letzte Saison und zieht in das neue Zuhause, den Sportpark Nord ein. Auch dort gelingt ein Auftaktsieg gegen den ehemaligen Bundesligisten Alemannia Aachen. Jedoch führen die Rheinlöwen diesen Erfolg nicht fort und müssen am Ende der Saison den Weg in die Drittklassigkeit antreten.

 

In den folgenden Jahren wird wieder und wieder der Aufstieg zum Ziel gesetzt. Dem kann die Mannschaft mit ihren Mitteln jedoch nicht gerecht werden.

Dazu gesellt sich in der Saison 74/75 ein trauriger Rekord der Vereinsgeschichte. Die Zuschauer bleiben den Heimspielen der Löwen deutlich spürbar fern – mit einem Negativ-Rekordwert im Spiel gegen „Westwacht Weiden“: gerade einmal 273 Zuschauer finden sich im mehr als 10.000 Zuschauer fassenden Sportpark Nord ein.

 

Doch die Misere hält nicht ewig an: schon 76/77 kann der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord gefeiert werden, die höchste Spielklasse der Vereinsgeschichte. Aber auch hier spiegelt sich die Achterbahnfahrt des Vereins wieder – zum Saisonende folgen der Lizenzentzug durch den DFB und damit der Abstieg. Die bewegte Historie der Löwen setzt sich fort und kann erst in den 90er-Jahren mit dem Aufstieg in die Regionalliga West/Südwest und damit in die 3. Liga zum Guten gewendet werden.

 

Ab 1998 setzt eine lange Durststrecke in der der 4. und ab 2013 sogar in der 5. Liga ein. In diese Zeit fällt auch eine drohende Insolvenz, die unter anderem durch ein Freundschaftsspiel mit dem damaligen Vizemeister der 1. Bundesliga, Bayer Leverkusen, abgewendet werden konnte. Die Mannschaft wird, ebenso wie die Vorstandsetage, neu zusammengestellt. Und eins wird klar – der für den sportlichen Neustart wichtige Zusammenhalt von Fans, Mannschaft und Funktionären ist da.

 

Zur Freude der BSC-Anhänger bleibt die Mittelrheinliga unter Trainer Daniel Zillken, der seit 2014 die Mannschaft trainiert, nicht lange das Zuhause der Blauroten. Nach zwei starken Spielzeiten 14/15 und 15/16 qualifizieren sich die Rheinlöwen für die Regionalliga West in der aktuellen Saison. Momentan halten sich die Jungs dort auf dem 9. Rang.

Die kommenden Heimspiele gegen Borussia Mönchengladbach II (06.05.17, 14:00) und den Tabellenersten FC Viktoria Köln als Endspiel der Saison 16/17 (20.05.17, 14:00) versprechen noch viel Spannung. Und nach dem sensationellen Sieg im Halbfinale des Mittelrheinpokals gegen den Favoriten aus Köln ist auch das Finale vor heimischem Publikum gesichert.

 

Es gibt also noch einiges zu erleben im Sportpark Nord: Seid dabei und helft den Jungs, einen runden Saisonabschluss zu packen und sich den Mittelrheinpokal zu sichern! 
Holt euch das Ding!

 

Mit Blau-Roten Grüßen

Joachim Neubauer 


Neu

Willkommen auf dem neuen Blog unseres Bonner SC!

Zunächst ein paar Infos zu meiner Person: 

Ich heiße Joachim Neubauer und bin für mein Studium aus Düsseldorf nach Bonn gekommen - eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Denn trotz meiner Wurzeln in der verbotenen Stadt fühle ich mich hier in der ehemaligen Hauptstadt bereits seit 8 Jahren zuhause. Und nicht nur die Stadt, sondern auch der Sport-Club haben es mir angetan!

Daher freue ich mich darauf, für euch in Zukunft zusammen mit meinen Kollegen bloggen zu dürfen. Wir werden Informationen rund um unsere Rheinlöwen zusammentragen und sie hier präsentieren. Ob Hintergründe, aktuelle Geschehnisse oder Geschichten aus dem ganzen Umfeld des Clubs: Wir werden euch immer wieder Einblicke hinter die Kulissen geben, um euch dem Verein noch näher zu bringen. Schließlich steht die Gemeinschaft bei Rot-Blau im Vordergrund!

In diesem Sinne hoffe ich, dass unsere Artikel euch gut unterhalten und informieren werden. :)

Blau-Rote Grüße und auf eine spannende Restsaison

Euer Joachim Neubauer