Foto zum Newsartikel Über 60 Minuten in Unterzahl: BSC erkämpft Punkt in Siegen

Foto: Ismaele Sicorello

1. Mannschaft
Samstag, 12.09.2026 19:28 Uhr

Über 60 Minuten in Unterzahl: BSC erkämpft Punkt in Siegen

SF SiegenSF Siegen
Bonner SCBonner SC

Der Bonner SC bleibt auch im sechsten Regionalligaspiel in Folge ungeschlagen. Bei den Sportfreunden Siegen trennten sich die Rheinlöwen nach einer turbulenten Partie mit 3:3 (1:2). Dabei erwischte der BSC einen Traumstart und führte bereits nach 14 Minuten mit 2:0. Nach einer Roten Karte gegen Maximilian Pommer mussten die Bonner allerdings mehr als eine Stunde in Unterzahl bestreiten. Trotzdem ging die Mannschaft von Cheftrainer Björn Mehnert nach der Pause sogar noch einmal mit zwei Toren in Führung und verteidigte den Punkt am Ende leidenschaftlich.

Beide Mannschaften waren mit Rückenwind in das Duell des achten Spieltags gegangen. Die Sportfreunde hatten nach einem schwierigen Saisonstart unter ihrem neuen Cheftrainer Volkan Uluç zuletzt sieben Punkte aus drei Ligaspielen geholt und zudem unter der Woche das Achtelfinale des Westfalenpokals erreicht. Der BSC war nach zwei Niederlagen zum Auftakt seit fünf Ligaspielen ungeschlagen und hatte eine Woche zuvor gegen die U21 des 1. FC Köln den ersten Saisonsieg gefeiert.

Im Vergleich zum 2:1 gegen Köln nahm Mehnert eine Änderung in seiner Startelf vor. Für den angeschlagen fehlenden Frederic Baum rückte Nick Zimmermann nach abgesessener Rotsperre zurück in die Anfangsformation. Bei den Gastgebern standen mit Dennis Brock, Lucas Cueto und Serhat-Semih Güler gleich drei ehemalige Bonner von Beginn an auf dem Platz.

Die Rheinlöwen erwischten im Leimbachstadion einen perfekten Start. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als sich der BSC sehenswert nach vorne kombinierte. Maximilian Pommer bekam am Strafraum zu viel Platz und schob den Ball präzise zur frühen Führung ins rechte Eck.

Auch danach blieb Bonn konzentriert. Siegen übernahm zwar zunehmend den Ballbesitz, die Rheinlöwen standen defensiv kompakt und setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche. Einer davon führte nach 14 Minuten zum zweiten Treffer: Pommer schickte Josue Santo auf die Reise, der im Strafraum einen Gegenspieler aussteigen ließ und überlegt ins lange Eck zum 0:2 abschloss. Ausgerechnet Santo traf damit gegen seinen ehemaligen Verein.

Bis weit in die erste Hälfte hinein hatte der BSC die Partie im Griff. In der 29. Minute nutzten die Gastgeber dann ihre erste größere Unachtsamkeit in der Bonner Defensive. Der ehemalige BSC-Angreifer Serhat-Semih Güler verkürzte auf 1:2.

Nur drei Minuten später folgte die spielentscheidende Szene der ersten Halbzeit. Pommer wollte einen Ball wegschlagen und traf dabei seinen Gegenspieler. Schiedsrichter Steven Jürgensen wertete die Aktion als Rote Karte, sodass der BSC die verbleibenden mehr als 60 Minuten in Unterzahl bestreiten musste. Eine harte Entscheidung, die die Ausgangslage der Partie grundlegend veränderte.

Siegen erhöhte anschließend erwartungsgemäß den Druck und hatte in der 37. Minute die große Chance auf den Ausgleich. Haris Mesic klärte einen Kopball von Rumpf jedoch für den bereits geschlagenen Elias Bördner auf der Linie. Auf der anderen Seite blieb der BSC gefährlich: Kurz vor der Pause zog Jonas Berg von links nach innen und setzte seinen Abschluss nur knapp am Tor vorbei. So nahm der BSC die 2:1-Führung mit in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gastgeber mit einem Mann mehr auf den Ausgleich. Den nächsten Treffer erzielten jedoch die Rheinlöwen. Jonas Berg nahm sich in der 53. Minute aus rund 25 Metern ein Herz und setzte den Ball sehenswert rechts unten ins Eck. Mit dem 1:3 belohnte sich der BSC für einen couragierten Auftritt in Unterzahl.

Die Sportfreunde reagierten mit mehreren Wechseln und erhöhten den Druck weiter. Nach einer Ecke gelang Florian Mayer in der 61. Minute der erneute Anschlusstreffer. Fünf Minuten später fiel schließlich das 3:3. Nachdem Marcel Damaschek zuvor behandelt worden war und noch auf die Rückkehr auf den Platz warten musste, verteidigte der BSC vorübergehend nur mit neun Spielern. Siegen nutzte die zusätzliche Überzahl, Güler traf nach einer Hereingabe zum Ausgleich.

In der Folge mussten die Rheinlöwen immer wieder lange Druckphasen der Gastgeber überstehen. Die Bonner Defensive verteidigte jedoch mit großem Einsatz und ließ keinen weiteren Gegentreffer mehr zu. Gleichzeitig blieb der BSC selbst gefährlich und hatte in der Schlussphase sogar noch Möglichkeiten auf den Sieg.

In der 86. Minute eroberte Zimmermann den Ball und schaltete schnell um. Aaron Tshimuanga kam im Strafraum zum Abschluss und traf aus schwieriger Position die Latte. In der Nachspielzeit bot sich dem eingewechselten Angreifer noch einmal eine große Gelegenheit. Tshimuanga setzte sich im Strafraum durch und scheiterte aus spitzem Winkel an Siegens Torhüter Marcel Johnen.

So blieb es nach einer intensiven und turbulenten Partie beim 3:3. Angesichts von mehr als einer Stunde in Unterzahl nimmt der BSC einen verdienten Punkt aus dem Leimbachstadion mit und setzt seine Serie fort. Nach den beiden Niederlagen zum Saisonstart sind die Rheinlöwen damit seit sechs Regionalligaspielen ungeschlagen.

Am kommenden Samstag, 19. September, geht es für die Mannschaft von Björn Mehnert im Sportpark Nord weiter. Um 14 Uhr empfängt der BSC den SV Bergisch Gladbach 09.

Tore: 0:1 Pommer (2.), 0:2 Santo (14.), 1:2 Güler (29.), 1:3 Berg (53.), 2:3 Mayer (61.), 3:3 Güler (66.)

Bonner SC: Bördner – Keita, Damaschek, Derbali, Popovic – Zimmermann, Mesic – Pommer – de Meester (72. Tshimuanga), Berg (77. Breuer), Santo

SF Siegen

1. Mannschaft

3:3

Bonner SC

1. Mannschaft

90'+2
Gelbe Karte Josue Santo
Gelbe Karte
66'
Tor
Tor
61'
Tor
Tor
53'
Tor
Tor
51'
Gelbe Karte Florian Mayer
Gelbe Karte
32'
Rote Karte Maximilian Pommer
Rote Karte
30'
Gelbe Karte Younes Derbali
Gelbe Karte
29'
Tor
Tor
23'
Gelbe Karte Tim Arnold
Gelbe Karte
14'
Tor
Tor
2'
Tor
Tor
Aufstellung
SFS: Johnen, Nygombo, Güler, Cueto, Ramaj, Rumpf, Arnold, Huth, Gerhardt, Brock, Mayer
BSC: Bördner, Keita, Zimmermann, Mesic, Pommer, de Meester, Berg, Damaschek, Santo, Derbali, Popovic